Adam kam nie mehr mit dem Abend
Inhalt
Emilia liebt Adam - und Adam liebt Emilia. Es wäre das perfekte Glück, wäre da nicht Emilias Angst. Sie hat Angst, Adam zu verlieren. Und daher beschließt sie zu handeln. Sie kämpft gegen alles, was sich ihr und Adam in den Weg stellt - oder so aussieht, als ob es ihrer Liebe gefährlich werden könnte. Emilia ist bereit, über Leichen zu gehen. Doch der Preis, den sie dafür am Ende zahlen wird, ist hoch!
Info
Eine "kriminalistische Liebesgeschichte besonderer Art" (~Bibliophilin~)
(~Pascal Fischr
Ein "leiser Roman"
Nachdem der Kurzroman "Der erste Amerikaner" auf der Frankfurter Buchmesse 2010 ausgestellt und mit der Web Walpurga 2010 ausgezeichnet wurde, war es im März 2011 endlich soweit: Adam trat die Nachfolge an! ISBN 978-3-8442-0136-9
Leider hat Adam bisher keinen Verlag gefunden - wir würden uns darüber natürlich sehr freuen. Solange wird es den Roman "Adam kam nie mehr mit dem Abend" als Self-Publishing-Roman bei epubli.de geben.
In Restauflagen kann der Roman über mich erworben werden, außerdem in folgenden Geschäften in Wald-Michelbach:
- Buchhandlung Leseratte
- Buchbinderei J. Bach
beide in der Ludwigsstrasse.
Bibliophilin hat den Roman "Adam kam nie mehr mit dem Abend" gelesen und auf ihrem Blog empfohlen. Lieben Dank dafür, liebe Dorota!
Und am 22. August 2011 gab es ein kleines Interview mit der Autorin zur Teilnahme des Romans am neuenbuchpreis von epubli: Selbst ist der Autor, DRadio vom 22. August 2011
Leseprobe
Adam war kaum angekommen, da rief er mich an. Ich selbst war auch kaum in der Wohnung, hatte das Telefon schon von draußen läuten gehört. „Ja, ja, ist schon gut“, rief ich und eilte zum Telefon. Obwohl es schnurlos war, lag es definitiv immer am falschen Platz. Ich ließ meine Handtasche fallen und den dicken Wintermantel von den Schultern gleiten. Feiner Schnee rieselte auf den Parkettboden, denn es hatte wieder zu schneien begonnen.
„Hallo?!“ rief ich atemlos und etwas lauter als ich wollte in den Hörer. „Ich bin’s“, sagte Adam. „Hallo, Liebling! Alles in Ordnung? Bist Du gut angekommen bei diesem furchtbaren Wetter? Ich hab mir Sorgen gemacht“, fragte ich. Doch Adam blieb still am anderen Ende der Leitung. „Adam?“ Wieder kam keine Antwort. „Adam, bist Du noch dran?“ ich wurde allmählich ungeduldig. „Emilia. Emilia, kannst Du mich mal kurz Luft holen lassen?“ fragte Adam. Ich runzelte die Stirn und schwieg. Adam schnappte hörbar nach Atemluft. Dann sprach er bedächtig weiter. „Anne ist nicht aufgetaucht. Ich bin in einem Hotel in Frankfurt“. „Du bis wo?“ unterbrach ich ihn, „wieso?“ „Mia“, sagte Adam und ich merkte, dass er die Geduld mit mir verlor. Ich biss mir auf die Unterlippe, um mich am Reden zu hindern. „Anne hatte einen Unfall. Die Uni hat mich angerufen, kurz bevor ich einchecken wollte am Flughafen. Ich komme morgen früh wieder nach Hause. Anne ist tot“. Adam rang hörbar um Fassung. Die letzten orte hatte er regelrecht heraus gepresst. „Oh Gott“, sagte ich nur und musste mich setzen.
Als Adam aus Frankfurt zurück kehrte, war er sehr aufgewühlt. Anne war in der Nacht vor dem gemeinsamen Abflug von einer kleinen Party unter Freunden unterwegs gewesen. Sie war heiteren Gemüts, aber nicht alkoholisiert. Vor ihr fuhr ein Lastwagen. Auf der verschneiten Fahrbahn hatte Anne anscheinend die Kontrolle über den Wagen verloren, das Gaspedal anstatt der Bremse durchgedrückt und war unter das Heck des voranfahrenden Lasters geraten. Ihr Fahrzeug bohrte sich unter die Ladebrücke, wodurch die Säulen der Windschutzscheibe geradezu abrasiert, das Autodach aufgerollt wurde, wie bei einer Ölsardine. So beschrieb es der Inhaber des Lehrstuhls, als er Adam telefonisch davon in Kenntnis setzte, dass weder Anne noch er zu der Tagung fliegen würden. Bis zu dieser Information hatte Adam allerdings lange herum telefonieren müssen und wäre beinahe noch alleine geflogen. „Anne ist enthauptet worden“, erzählte Adam mit brüchiger Stimme. Mir wurde übel. Darüber hatte ich noch halb ernst mit Anne gescherzt. War ich Schuld an ihrem Tod, weil ich sie nicht leiden konnte, sie wieder aus unserem Leben haben wollte? Ich ließ Adam wie ein Häufchen Elend im Wohnzimmer sitzen und musste mich übergeben.
Ich gebe zu, dass ich Anne nicht leiden konnte. Ich hasste es, wie sie ihre Finger nicht von Adam lassen konnte. Und auch, wenn ich sie dafür verfluchte, einen solch abscheulichen Tod wünschte ich niemandem. Ich hatte sie nur aus Adams Reichweite haben wollen, nicht im Himmel.
Adam schlich ins Badezimmer. Ich kniete noch vor der Toilette. Er setzte sich zu mir auf den Boden. Eine Weile sagten wir kein Wort, sondern lauschten nur unseren eigenen Atemzügen. Mein Herzschlag normalisierte sich langsam, die Übelkeit war verflogen.
„Liebling?“ fragte Adam leise. Ich war zunächst nicht sicher, ob er es tatsächlich gesagt hatte, ehe er noch einmal lauter wiederholte: „Milly, mein Liebes, alles okay?“ Ich sah auf und in Adams Augen, die gerötet waren. „Ja“, krächzte ich. Ich hatte bestimmt kein Recht, die Trauernde zu spielen, ging es mir durch den Kopf. Adam hatte eine langjährige Freundin verloren. Und für ihn tat es mir so unsagbar leid.
[...]